Leichenoper - der Film

In einer letzten Produktion des Unterhaltungsfernsehens der DDR produzierte das DFF 1990 die "Leichenoper" in der Besetzung ihrer Uraufführung. Nachdem die Songoper in einer Selfmade-Produktion von Studierenden der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch im April 1989 in Ost-Berlin uraufgeführt und sogleich verboten wurde, erlebte sie nach der Wende eine erneute "offizielle" Uraufführung im Kino "Babylon" und viele erfolgreiche Aufführungen am Deutschen Theater Berlin.

 

Die Fernsehaufzeichnung "Der süße Duft kommt nicht von Rosen, genannt Leichenoper"  des DDR-Fernsehens wurde am 8. Oktober 1990 – drei Tage nach Inkrafttreten des Einigungsvertrags – erstmalig ausgestrahlt. Ein Zeitdokument der Wende.

 

Texte: Daniel Morgenroth

Musik: Christoph Schambach

Regie: Peter Dehler

Musikalische Leitung: Christoph Schambach

 

Absolvent:innen der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, Berlin,

der Hochschule für Musik Hanns Eisler, Berlin

und der Hochschule für Musik Franz Liszt, Weimar.

 


Wir freuen uns riesig, dass wir die Vorführrechte im deutschsprachigen Europa vom DRA (Deutschen Rundfunkarchiv) erwerben konnten, und somit den historischen Film der "Leichenoper" wieder zeigen können.

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Fragen Sie gerne über unseren Kontakt.

Filmdauer 1:20 h

Wir vermitteln gerne den Kontakt zu den Autoren und/oder den ehemalig Beteiligten.



Warum die historische Aufnahme der "Leichenoper" heute?

 

Es sind die guten Geschichten, die überleben, weil wir sie brauchen. Sie überleben Systeme, Trends und Krisen. Sie unterhalten und entspannen uns und erzählen doch gute und bittere Wahrheiten.

So ergeht es uns mit dem Beamten Rohmayer und seiner ehrgeizigen Gattin, die in Situationen geraten, in denen sie nicht sicher sind, ob es steil bergauf oder rapide abwärts geht mit der Karriere und ihrem angenehmen Leben. Sollen sie da vielleicht nachhelfen? Ist die "Leiche im Keller" ein Kavaliersdelikt oder stinkt sie doch irgendwann so unerträglich verräterisch?

“Der süße Duft kommt nicht von Rosen” genannt "𝐋𝐞𝐢𝐜𝐡𝐞𝐧𝐨𝐩𝐞𝐫" spielt gekonnt mit den Träumen, Hoffnungen, Ängsten und Abgründen seiner Protagonisten. Die Verführung lockt! Wird der gute Beamte zum Täter, obwohl (oder weil?) er nur ein erbärmlicher Jammerlappen ist?
Brillante Texte und Ohrwurm-Musik mit Dreigroschenoper-Charme begleiten durch das Auf und Ab der Versuchung und bescheren köstlichste Unterhaltung!

Das Stück entstand im letzten Jahr der DDR, doch die DDR finden wir darin mit keinem Wort. Mit der frechen Respektlosigkeit der Jugend und einer gehörigen Portion Talent schrieben sich damals zwei studentische Freunde den Frust über ein System von der Seele und ahnten nicht, welch zeitloser Wurf ihnen damit gelungen ist. Das Stück ist ein Spiegel JEDER Gesellschaft - und zwar deutlicher und erbarmungsloser, je mehr Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit in Gefahr geraten!


Die Darstellenden:

Simone Cohn-Vossen, Sigrun Fischer, Claudia Geisler, Susanne Goder, Christiane Hagedorn, Deborah Kaufmann, Katrin Schwingel, Katharina Waldmann gen. Seidel, Marco Albrecht, Peter Dehler, Dirk Glodde, Peter Klinke, Karsten Laske, Thorsten Merten, Daniel Morgenroth, Jörg Witte